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Stattwurst für Stefan Webers politischen Zickzack-Kurs

Zickzack-Kurs gegenüber SPD und Grünen: Das beschert dem CDU-Parteivorsitzenden Stefan Weber in dieser Woche die Stattwurst. [Fotomontage: echo-muenster]
Geschimpft hat er. Richtig geschimpft – und das nicht zu knapp. Während der letzten zwei Monate ließ Stefan Weber, der neue CDU-Kreisvorsitzende, keine Gelegenheit aus, um dem politischen Gegner eins auszuwischen.
Als es die Kontrahenten Wolfgang Heuer (SPD) und Hery Klas (GAL) dann noch schafften, gleich in der ersten Ratssitzung die Union mächtig zu düpieren, indem sie mit ihrer Sechser-Allianz erfolgreich vorführten, wer künftig bei wichtigen Entscheidungen das Sagen haben könnte, muss der frisch installierte Partei-Chef nur Rot gesehen haben.
Gegenspieler
Fortan wetterte der Mittdreißiger ein ums andere Mal gegen die Six-Pack-Konstellation, warf Heuer/Klas mehrfach vor, zur Durchsetzung eigener Ziele sogar mit „Kommunisten“ – er meinte damit offenbar die Linken - gemeinsame Sache zu machen. Heuer bekam’s häufig persönlich ab: An ihm, dem im Wahlkampf souverän auftrumpfenden, geschickt Punkte sammelnden Gegenspieler von OB Markus Lewe, schien sich Weber bei den vor Polemik strotzenden Pressemitteilungen förmlich abzuarbeiten. Hatte der Sozialdemokrat mit seiner klar analysierenden, Schwachpunkte deutlich beim Namen nennenden Art dem Unionslager mehr Kopfzerbrechen bereitet als es dieses insgeheim wahrhaben wollte? Galt es sich dafür - aus CDU-Sicht - jetzt zu revanchieren?
Oder war Webers Dauer-Schelte am Ende lediglich der verzweifelte Versuch, öffentlich davon abzulenken, dass den Christdemokraten seit Beginn der neuen Legislaturperiode bei dem Bemühen um konstruktive Mehrheiten bisher wenig gelang? Schließlich ging sogar Carola Möllemann-Appelhoff, Fraktionschefin der Liberalen, auf vornehme Distanz zum früheren Bündnispartner. Den jüngst vom Oberbürgermeister vorgelegten Zehn-Punkte-Plan zur Haushaltskonsolidierung kommentierte sie als ein Papier mit wenig detaillierten Sparansätzen, erkannte in der gesamten Auflistung bloß „Vorstellungen allgemeiner Natur“. Die CDU plötzlich allein auf weiter Flur?
Hohn und Spott
Weber – intern als intelligenter Stratege und einer der führenden Köpfe gehandelt – beeilte sich deshalb Anfang der Woche, die von Lewe zuvor ausgegebene Formel von der Verantwortungsgemeinschaft mit konkreten Gesprächsangeboten für intensivere Kooperationen an Sozialdemokraten und Grüne zu bekräftigen. So wurden von ihm nunmehr jene hofiert, über die er zuvor ordentlich Hohn und Spott verloren hatte. Kehrtwende im Hauruck-Verfahren?
Oder anders: Heute so, morgen so? Geht nicht – meinen wir. Ein Zickzack-Kurs, der daher die Stattwurst verdient.
Übrigens: Auf Webers Offerte reagierten Sozis und GALlier ziemlich gelassen ...
Wolfgang Halberscheidt
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